Mit Franchisepartnern gemeinsam in die Zukunft. Künstliche Intelligenz braucht menschliche Kompetenz. Workshops für mehr Fachwissen beim SV-Kongress in Berlin.

Es war ein runder Tag. Er endete spät am Abend nach der Abschlussrede genauso wie er begonnen hatte: mit Applaus. Rund 140 Franchisenehmer und Mitarbeiter*innen der FSP (Fahrzeug-Sicherheitsprüfung GmbH & Co KG) aus ganz Deutschland waren am 22. November zum 3. FSP Sachverständigen-Kongress nach Berlin gekommen. Der herzliche Applaus am Beginn des Tages in der Classic Remise Berlin gehörte vor allem Andreas Berents, der seit dem 1. Oktober zum Geschäftsführer ernannt worden ist. Viele Kongressbesucher sahen den „Neuen“ zum ersten Mal, mit Co-Geschäftsführer Ralf Strunk an seiner Seite. „Für mich war der SV-Kongress eine gute Gelegenheit mich weiteren Kunden und Mitarbeitern vorzustellen“, sagte Berents. „Ich hingegen konnte den Anlass nutzen, mich von vielen Kollegen*innen und Franchisenehmern zu verabschieden,“ ergänzte hingegen Geschäftsführer Hans-Josef Kempen, der Ende November in den Ruhestand gehen wird.

Zurück in die Zukunft richtete sich der Blick in den vier Workshops während des Kongresses, um die möglichen Chancen im Markt zu beleuchten. Der Bereich klassische Automobile bleibt dabei zukünftig ein lukrativer Markt, der spezielles Fachwissen erfordert. Um das lukrative Geschäft mit Fälschungen von historischen Fahrzeugen oder Teilen entlarven zu können, werden die Autos von Spezialisten mit magnetooptischer Resonanztechnik untersucht, die ansonsten Forensiker bei Mordfällen und für die ballistische Spurensuche einsetzen. Welch umfassendes Wissen und was an High-Tech benötigt wird, um den ebenfalls „hochgerüsteten“ Betrügern und Fälschern auf die Schliche zu kommen, demonstrierten die Experten Fabian Ebrecht und Sebastian Hofmann aus der Abteilung Classic Competence der FSP. Anhand der Porsche-Typenkunde erhielten die Teilnehmer entsprechende Einblicke mit welcher kriminellen Energie und Raffinesse Oldtimer verändert, repliziert und gefälscht werden oder ganz neue Identitäten bekommen.

In einem weiteren Workshop wurde den Teilnehmern demonstriert, wie sich mit digitaler Technik und Live-Streams Schadens- und Wertgutachten deutlich effizienter und kostengünstiger erstellen lassen. Großes Interesse der Sachverständigen fand der Fahrzeugscanner Fa. Carviso, einem FSP Partner, der blitzschnell Hagelschäden, Beulen und Kratzer erkennt und erfasst. Die Technik arbeitet mit lernfähiger künstlicher Intelligenz, was Zeitaufwand für Schadengutachten deutlich verringern, aber auch die gutachterliche Arbeit gravierend verändern wird.

Noch nie war der Wandel so schnell wie heute, „Aber trotz Künstlicher Intelligenz, wird der Mensch mit seiner Empathie und Lernfähigkeit noch lange gebraucht und lässt sich keinesfalls vollständig ersetzen“, sagt der Hirnforscher und Gedächtnistrainer Dr. Boris Nikolai Konrad. „Das Gehirn des Menschen lässt sich trainieren, sodass die Synapsen ständig neue Verbindungen herstellen können. Mit Dr. Konrads spannendem und witzigen 45-minütigem Vortrag “Künstliche Intelligenz – Bleiben wir schlauer als die Roboter“ startete das Abendprogramm. Wie leistungs- und merkfähig sein Gehirn ist, stellte er an 60 Teilnehmern unter Beweis. Jede und jeden hatte er nur einmal kurz gesprochen und nach dem Namen gefragt. Geradezu im Eiltempo konnte der Gedächtnistrainer bis auf 2 – 3 Personen sämtliche Vor- und Nachnamen wieder abrufen.

Konkret und für Versicherer ein großes Problem ist der Versicherungsbetrug, der in allen Schichten der Bevölkerung vorkommt. Versicherungsbetrug wird selten geplant, sondern meistens spontan vorgetäuscht oder es wird bei der Schadenshöhe getrickst. „Der Gesamtverband der deutschen Versicherer schätzt, dass durch Versicherungsbetrug jährlich ein Schaden von 5 Milliarden Euro entsteht“, sagt Prof. Horst Müller Peters, der die Forschungsstelle Versicherungsmarkt leitet sowie an der TH Köln Marktforschung und Psychologie mit Schwerpunkt Versicherungswirtschaft lehrt. „Sei es der Kratzer am Auto, das gestohlene Fahrrad oder der Glasschaden – mit Algorithmen, Fotoscans, Textforensik, künstlicher Intelligenz und Psychologie jagt die Assekuranz jetzt Betrüger. Für die Versicherer ist der Aufwand gering, das Risiko als Betrüger aufzufliegen, ist jedoch beträchtlich gestiegen“, erklärt Versicherungsexperte Müller-Peters.

Gegen 20.30 Uhr endete beim 3. FSP Sachverständigen-Kongress zwar das Fachprogramm, aber die Fachgespräche wurden während des Buffets und weit darüber hinaus fortgesetzt. Zum Schluss des Berliner Kongresses wurde dann FSP Geschäftsführer Hans-Josef Kempen unter Applaus verabschiedet - zwar noch nicht in den Ruhestand, aber mit den besten Wünschen in seine letzte Arbeitswoche.

     

   

   

 

 

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